Kommunale Wärmeplanung in Bayern
Umsetzungsbegleitung & Förderung
Die Umsetzung der kommunalen Wärmewende erfordert neben einer guten Planung auch geeignete Werkzeuge und finanzielle Unterstützung. Auf dieser Seite finden Kommunen hilfreiche Instrumente für die weitere Planung und Umsetzung sowie einen Überblick über relevante Fördermöglichkeiten.
Werkzeuge für Kommunen
Werkzeug | Zuständigkeit | Kurzbeschreibung | Zielgruppe | Bedienung |
| AEE-Online-Wertschöpfungsrechner | Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) | Berechnung regionaler ökonomischer Effekte durch EE-Maßnahmen: Der Online-Wertschöpfungsrechner kann die Wertschöpfungseffekte für 27 verschiedene Erneuerbare-Energien-Technologien für die Jahre 2019, 2025 und 2030 berechnen. Es lassen sich Wertschöpfungseffekte etwa durch Beschäftigungseinkommen, Unternehmensgewinne und kommunale Einnahmen darstellen. | Kommunen | Eingabe konkreter Daten erforderlich |
| Heat Roadmap Europe: Peta (Pan-European Thermal Atlas) | Aalborg University (DK) und Partner im EU-Forschungsprojekt „Heat Roadmap Europe“ | Europäisches Forschungsprojekt zur Dekarbonisierung des Wärme- und Kältesektors. Zentrales Ergebnis ist der Pan-European Thermal Atlas (Peta), eine interaktive Online-Karte, die Wärmebedarfsdichten, Abwärmepotenziale, Fernwärmeoptionen und Szenarien für 14 EU-Mitgliedsstaaten darstellt. Das Tool bietet eine detaillierte Datenbasis bis auf lokaler Ebene und unterstützt Kommunen bei der strategischen Wärmeplanung. | Kommunen, (Fach-)Planungsstellen, Energiebeauftragte, Forschungseinrichtungen, politische Entscheidungsträger | Interaktive Kartenanwendung, Auswahl von Layern und Szenarien möglich; Datenexport teilweise verfügbar |
| Kom.EMS | Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) | Nachhaltiges Energiemanagementsystem: Unterstützung bei der systematischen Einführung, Bewertung, Optimierung und Verstetigung des Energiemanagements der kommunalen Liegenschaften. | Kommunen, Facility Managende | Registrierung notwendig, Schritt-für-Schritt Anleitung, Arbeitshilfen |
| KWW-Datenaggregation nach dem WPG | Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) | Das Tool kann von Gasversorgungs- und Wärmenetzbetreibenden genutzt werden, um die Gas- und Wärmeverbrauchsdaten nach Anlage 1 Abs. 1 WPG automatisiert zu aggregieren. | Gasversorgungs- und Wärmenetzbetreibende | Schritt-für-Schritt-Anleitung (Excel), Eingabe konkreter Daten erforderlich |
| KWW-Wärmewendeatlas | Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) | Mit dem interaktiven KWW-Wärmewendeatlas können Kommunen gefunden werden, die bereits einen Wärmeplan erstellt haben oder diesen gerade erarbeiten. Es gibt außerdem eine bundesweite Auswertung zum Stand der Wärmeplanung in Deutschland. | Kommunen, Landesbehörden | In wenigen Klicks zum Ergebnis: interaktive Karte sowie Tabelle mit Such- und Filterfunktion |
| LfU-Abwärmerechner | Ökoenergie-Institut Bayern (ÖIB) im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) | Berechnungstool zu Abwärmepotenzialen für kleine und mittlere Betriebe: Der Abwärmerechner hilft, das Potenzial in einem Betrieb für unterschiedliche Abwärmequellen zu ermitteln. Es kann auch untersucht werden, ob aus Abwärme Strom oder Kälte erzeugt werden kann. Mit den Eingaben liefert der Rechner eine erste Abschätzung, ob sich die Abwärmenutzung wirtschaftlich realisieren lässt. | Unternehmen, Energiebeauftragte | Eingabe konkreter Daten erforderlich |
| Software zur Planung von Heizwerken und Nahwärmenetzen (SOPHENA) | Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V. (C.A.R.M.E.N. e.V.) | Die Open-Source-Software bietet die Möglichkeit, die technische und ökonomische Planung eines Wärmeversorgungsprojekts schnell und fundiert durchzuführen. Herzstück ist eine Wärmeerzeuger- und Pufferspeichersimulation, aus der Jahresdauerlinien und energetische Kennzahlen ermittelt werden. Dabei können auch Wärmepumpen, Solarthermieanlagen und KWK-Anlagen berücksichtigt werden. Aufbauend auf diesen Berechnungen wird eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung nach VDI 2067 durchgeführt. Weitere Ergebnisse sind unter anderem eine Treibhausgasbilanz und die Wärmebelegungsdichte des Netzes. | Energiebeauftragte, (Fach-) Planungsstellen, Fachhandwerk, Ingenieurbüros, Klimaschutzmanagende, Multiplikatoren | Registrierung und Download notwendig |
| TU Wien-Hotmaps Toolbox | TU Wien | Europäisches Forschungsprojekt (Hotmaps Project): Ziel war die Entwicklung einer Open-Source-Toolbox zur Unterstützung von Behörden, Energieagenturen und Stadtplanern bei der strategischen Wärme- und Kälteplanung auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene und im Einklang mit der EU-Politik. | Öffentliche Einrichtungen, Energiebeauftragte, (Fach-) Planungsstellen | Schulungsmaterialien und Workshops für ein Autodidaktik-Training vorhanden |
Förderung
Mit der Verpflichtung zur kommunalen Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze durch das Wärmeplanungsgesetz (WPG) des Bundes erhält die Transformation der Wärmeversorgung auf kommunaler Ebenen einen Schub.
Für alle dabei zu durchlaufenden Phasen - von der Vorbereitung der eigentlichen Wärmeplanung über die Erstellung des Wärmeplans bis hin zur Umsetzung der Maßnahmen daraus - gibt es Finanzierungsinstrumente, die die finanziellen Belastungen der damit verbundenen Aufgaben abfedern sollen.
Eine Übersicht zu den Förderprogrammen zur Unterstützung der Wärmewende finden Sie hier im "Zukunftskompass Wärme" unter → Förderung Energiewende
Weitere Infos zu Finanzierungsoptionen sind darüber hinaus in einer Publikation zusammengestellt, die hier als PDF heruntergeladen werden kann.