Lüftung

Mit der optimalen Lüftung besser
durchatmen und Energie sparen!

Jede Person im Haushalt gibt durchs Atmen täglich 2 bis 3 Liter Wasser sowie CO₂ an die Raumluft ab. Die muss deshalb regelmäßig ausgetauscht werden, um die Wohngesundheit zu erhalten und Bauschäden wie Schimmel zu vermeiden.

Wenn Sie dabei an das klassische „Fenster auf und Durchlüften“ denken, liegen Sie zwar richtig, aber durch die Notwendigkeit einer sparsamen und effizienten Energienutzung stoßen Sie damit an Grenzen. Zunehmend kommen deshalb Lüftungsanlagen zum Einsatz. Man spricht dann von kontrollierter Wohnraumlüftung.

Bei Neubauten ist der Einbau einer Lüftungsanlage inzwischen Standard. Neubauten sind sehr luftdicht, wodurch die gesamte Raum-Feuchtigkeit nur schwer über einfaches Lüften entsorgt werden kann. Eine Lüftungsanlage transportiert automatisch und permanent Feuchtigkeit nach außen und holt zudem automatisch die richtige Menge Frischluft in Ihre Räume. So garantieren Sie durchgängig eine gute Luftqualität. Parallel können Sie bei kühlen Außentemperaturen die Wärme der Abluft zurückgewinnen, was zu einer optimalen Energieersparnis und damit zur Senkung Ihrer Heizkosten führt.

Planen Sie eine Altbau-Sanierung hängt die Entscheidung, eine Lüftungsanlage zu installieren, sehr stark vom Umfang Ihrer geplanten Maßnahmen ab. Denn hierfür sind umfangreiche Baumaßnahmen notwendig, die auch in die Gebäudesubstanz eingreifen.

Richtiges Lüften ist wichtig!

Durch Lüften führen Sie die mit Feuchtigkeit, Geruchsstoffen und CO₂ beladene Luft nach außen ab und ersetzen sie durch Frischluft. Dabei entstehen viele Vorteile:

 

  • Sie entfernen die überschüssige Feuchtigkeit aus Ihren Räumen. Denn eine hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt die Bildung von Schimmel, der nicht nur Ihre Bausubstanz schädigen, sondern auch gesundheitliche Probleme verursachen kann.
  • Sie ersetzen verbrauchte, mit Schadstoffen angereicherte Luft durch frische Luft. Das verbessert die Luftqualität im Innenraum und trägt dazu bei, Gesundheitsprobleme wie Kopfschmerzen zu minimieren. CO₂ und Gerüche werden zuverlässig abgeführt.
  • Sie halten die Raumtemperatur möglichst konstant und gewährleisten dadurch eine möglichst hohe Energieeffizienz.
  • Sie verhindern Kondenswasser an Fenstern und Wänden – insbesondere in den kalten Monaten. Dadurch senken Sie das Risiko von Schimmel und Schäden an der Bausubstanz, etwa an Holzfensterrahmen.

Fenster auf oder Lüftungsanlage – was bringen die verschiedenen Lösungen?

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, auch als Lüftungsanlage mit Wärmerückführung oder kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung bezeichnet, ermöglicht Ihnen den effizienten Luftaustausch in Ihren Räumen. Die Wärme der Abluft nutzen Sie, um die Frischluft zu angenehm zu temperieren. Gute Geräte können bis zu 95% der in der Abluft enthaltenen Wärme auf die Zuluft übertragen.

Ein Öffnen der Fenster ist nach wie vor jederzeit möglich, aus Komfort- und Energiesparsicht aber völlig unnötig.

Wir haben für Sie die verschiedenen Möglichkeiten der Wohnraumlüftung näher betrachtet. Vor allem bei Lüftungsanlagen gibt es verschiedene Systeme – zentrale und dezentrale. Eine dezentrale Lüftungsanlage eignet sich beispielsweise sehr gut für die Sanierung von Haus oder Wohnung.

 

  • Zentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung
  • Dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung
  • Abluftanlage ohne Wärmerückgewinnung
  • Fensterlüftung – die einfache und klassische Art der Lüftung
  • Querlüftung oder Schachtlüftung

Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Das Prinzip ist einfach: Aus Ihren Räumen wird durch die Anlage Luft abgesaugt und zum Zentralgerät transportiert. Gleichzeitig wird frische Luft aus dem Freien angesaugt und ebenfalls zum Zentralgerät geführt. Dort wird ein Großteil der Wärme aus der warmen Abluft an die kältere Frischluft im Wärmetauscher übertragen. Die so erwärmte Frischluft wird in die Wohnräume geführt.

Im Sommer können Sie den Übertragungseffekt umgekehrt nutzen, damit durch Zufuhr von kühler Luft die Räume angenehm temperiert werden.

 

 

 

Vorteile zentraler Lüftungsanlagen

  • Lüftungsanlagen sorgen für eine gleichmäßige und effiziente Verteilung von Frischluft in allen Räumen Ihres Gebäudes.
  • Sie gewährleisten einen kontinuierlichen Austausch von verbrauchter Luft gegen Frischluft, unabhängig von äußeren Einflüssen wie Wind oder Temperaturunterschieden.
  • Zentrale Lüftungsanlagen können gut in verschiedene Gebäudetypen integriert werden, sowohl in Neubauten als auch in grundlegenden Renovierungsprojekten, wenn ohnehin größere Eingriffe in die Bausubstanz geplant sind. 
  • In Verbindung mit Heizungs- oder Kühlsystemen tragen zentrale Lüftungsanlagen zur Regulierung der Raumtemperatur bei.
  • Sie minimieren Lüftungswärmeverluste durch bedarfsorientierte und optimierte Einstellung der Luftwechselrate sowie durch Wärmerückgewinnung. Dadurch halten Sie Ihren Heizwärmebedarf niedrig.
  • Staub, Pollen oder Insekten in der Zuluft können gefiltert werden, die ansonsten bei geöffneten Fenstern ins Haus kämen. 
  • Im Sommer können Sie Ihre Räume Mithilfe des Umkehreffektes der Wärmerückgewinnung kühlen – ca. 3 bis 5 °C kühler gegenüber der Außentemperatur.
  • Weil Sie keine Fenster mehr öffnen müssen, bleiben auch störende Außengeräusche draußen.
  • Bei zentralen Anlagen muss nur ein Gerät gewartet werden.
  • Moderne Lüftungsgeräte sind extrem sparsam. Sie brauchen oft nur noch ca. 15 Watt (< 20 ct. Stromkosten am Tag) und können an besonders kalten Wintertagen bis zum 40-fachen ihres Stromverbrauchs an Wärme einsparen.

Nachteile zentraler Lüftungsanlagen

  • Eine regelmäßige und sorgfältige Wartung und Reinigung der Anlage, insbesondere der Filter, ist erforderlich.
  • Die Investitionskosten für die Anschaffung und Installation von Lüftungsanlagen können vergleichsweise hoch sein.

Kosten für zentrale Lüftungsanlagen 

Damit Sie die Wärme aus der Abluft zurückgewinnen und für die Erwärmung der Zuluft nutzen können, müssen Zu- und Abluft in Kanälen geführt werden. Ebenso werden Zu- und Abluftventilatoren sowie ein Wärmeüberträger bzw. ein Wärmetauscher nötig.

Ergänzend kann auch noch ein Vor- oder Nachheizregister enthalten sein, um Kondensatbildung zu verhindern bzw. Zuluft nachzuheizen. Auch Schalldämpfer, Ventile und Filter sind in einem zentralen Lüftungsgerät untergebracht.  

 

  • Anschaffungskosten
    Die Initialkosten für zentrale Lüftungsanlagen sind im Vergleich mit dezentralen oft höher. Sie beinhalten die Kosten für das Lüftungsgerät, Luftkanäle, Ventilatoren und Steuerungseinheiten.
  • Installation
    Die Installation zentraler Lüftungsanlagen erfordert das Können von Fachleuten und kann aufgrund des komplexen Systems und der notwendigen Umbaumaßnahmen teurer sein.
  • Wartung
    Die laufenden Wartungskosten können je nach Modell und Hersteller variieren. Die regelmäßige Inspektion und Reinigung der Luftkanäle und Filter sind wichtig, damit Sie die Effizienz aufrechterhalten und die Luftqualität hoch bleibt.

 

Die Gesamtkosten richten sich individuell nach Ihrem Gebäude und seiner spezifischen Anforderungen. Durch eine professionelle Beratung sowie durch Angebote von verschiedenen Anbietern finden Sie die passende Lösung für Ihre Wünsche und Ihr Budget.
 

Dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Dezentrale Lüftungsanlagen werden in jedem Raum separat installiert. Jede Einheit verfügt dabei über einen eigenen Ventilator, Wärmetauscher und Filter für die Zufuhr von Frischluft und den Abtransport verbrauchter Luft.

Die Belüftung können Sie individuell für jeden Raum steuern und dadurch bedarfsgerechte Luftaustauschraten festlegen. Da die Belüftung lokal erfolgt, wird keine Energie für den Transport von Luft durch Ihr gesamtes Gebäude verschwendet. Das führt zu einer Reduzierung Ihres Energieverbrauchs und Ihrer Betriebskosten.

Dezentrale Lüftungsanlagen eignen sich gut für Renovierungen oder den nachträglichen Einbau in bestehende Gebäude, da keine umfassenden Umbaumaßnahmen erforderlich sind.

 

Vorteile dezentraler Lüftungsanlagen

  • Durch die Möglichkeit einer Lüftungsanlage in einzelnen Räumen, können Sie diese gezielt und konstant mit Frischluft versorgen.
  • Sie haben deutlich weniger Aufwand, als im Vergleich zur zentralen Anlage

 

Nachteile dezentraler Lüftungsanlagen

  • Die Investitionskosten für die Anschaffung und Installation von Lüftungsanlagen können vergleichsweise hoch sein, wobei dezentrale Lüftungsanlagen weniger kostenintensiv sind als zentrale.
  • Pro Raum wird eine separate Anlage benötigt
  • Optionen wie zusätzliches Heizen oder aktives Kühlen können nicht ergänzt werden.
  • Jedes Gerät muss separat gewartet werden

 

Kosten für dezentrale Lüftungsanlagen

Im Vergleich zu zentralen Systemen entfallen aufwendige Luftkanäle, was die Installation vereinfacht und auch nachträgliche Einbauten in bestehenden Gebäuden ermöglicht. Die Größe Ihres Gebäudes beeinflusst die Kosten, da größere Gebäude möglicherweise leistungsfähigere Systeme benötigen.

 

  • Anschaffungskosten
    Dezentrale Lüftungsanlagen haben oft niedrigere Anschaffungskosten als zentrale Anlagen, da sie in der Regel einzelne Raumgeräte umfassen und keine komplexe Luftkanäle benötigen.
  • Installation
    Die Installation dezentraler Lüftungsanlagen ist in der Regel einfacher und erfordert weniger bauliche Maßnahmen. Dies kann die Installationskosten senken.
  • Wartung
    Die Wartungskosten können variieren. Aber da dezentrale Systeme oft weniger komplex sind, können die laufenden Kosten niedriger ausfallen.

 

Lassen Sie sich die Gesamtkosten individuell für Ihr Gebäude und seine spezifischen Anforderungen berechnen. Professionelle Beratung und Angebote von verschiedenen Anbietern helfen Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihre Bedürfnisse zu treffen.

Abluftanlage ohne Wärmerückgewinnung

Ein Abluftventilator saugt aus Ihren Feuchträumen (Bad, WC, Küche) Luft ab und führt sie nach außen. Der entstehende Unterdruck saugt Frischluft aus Zuluftöffnungen in Wohn- und Schlafräumen an. Über Türritzen, Schlüssellöcher oder Überstromöffnungen gelangt dann Frischluft in die Feuchträume.

Im Prinzip ist das in etwa wie eine Querlüftung – mit dem Unterschied, dass den Unterdruck der Ventilator erzeugt.

 

Nachteile

  • Eine Wärmerückgewinnung ist nicht oder nur sehr begrenzt möglich. Es sei denn, Sie lassen die Abluft durch eine Wärmepumpe laufen und entziehen ihr hierbei die Wärme.
  • In der Nähe der Zuluftöffnungen kann es zu Zugerscheinungen kommen. Deshalb werden diese Öffnungen gern über Heizkörpern angeordnet, um die Frischluft wenigstens zu erwärmen.
     

Fensterlüftung – die einfache und klassische Art der Lüftung

Unter „richtigem Lüftungsverhalten“ versteht man mehrmals am Tag eine Stoßlüftung. Dabei sollten Sie möglichst in mehreren Räumen gleichzeitig die Fenster für 5 bis 10 Minuten komplett öffnen. Ein dauerhaftes Kippen Ihrer Fenster ist zum einen ineffektiv, zum anderen verlieren Sie viel Wärme und verschwenden dadurch Energie.

Bei der Fensterlüftung besteht generell die Gefahr, dass Sie zu wenig lüften und so zu viel Feuchtigkeit in Ihren Räumen verbleibt. Oder Sie lüften zu viel und zu viel Wärme entweicht. In jedem Fall sollten Sie immer die relative Feuchtigkeit mit einem Hygrometer messen und eine Alarmfunktion einstellen. 

Querlüftung oder Schachtlüftung

Bei der Schachtlüftung wird jeder zu lüftende Raum mit einem nach oben übers Dach geführten Abluftschacht verbunden. Bei älteren Gebäuden gibt es teilweise Schachtlüftungen, die den natürlichen thermischen Auftrieb warmer Luft nutzen.

Die Querlüftung lässt sich durch Einbau von regelbaren Lüftungsöffnungen mit Filtern baulich recht einfach und kostengünstig realisieren. Außenwanddurchlässe werden in die Fassade, in Fensterlaibungen, Fensterstürze oder Fensterbänke integriert.

 

Nachteile

  • Eine Wärmerückgewinnung ist nicht möglich.
  • Bei fehlendem Winddruck haben Sie keine ausreichende Durchlüftung, bei hohem Winddruck kann zu viel gelüftet werden.
  • Gerüche aus Bad und Küche können in Ihre Wohn- und Schlafräume gelangen.